Mein Weg zu Linux – Samba Server als Datenschnittstelle

Ich möchte euch meinen Weg zu Linux in dieser Artikelserie beschreiben. Er ist langsam aber kontinuierlich abgelaufen und wurde nicht sofort entschieden. Ich habe mich als Windows Nutzer der ersten Stunde langsam gegen das Betriebssystem aus Rodmond entschieden. Alle Daten der letzten 34 Jahre habe ich unter Windows, Word und Excel erstellt. Aber fangen wir vorne an.

Windows 11 und die Hardware

Ich nutze überwiegend gebrauchte Hardware und nutze auch hier keine HighEnd Systeme. Meist sind diese Laptops schon ihre 4 Jahre alt. Mein 10 Jahre alter Laptop war mit Windows 11 nicht mehr kompatibel. Die Hardware von Lenovo generalüberholt beim kauf vor 6 Jahren und Upgrades durch mich. Mehr Festplattenspeicher und RAM wurden eingebaut. Ich spiele selber nicht am PC sondern nutze Office Tools oder Webseiten Verwaltungssoftware und Abrechnungssoftware. Damit ist auch die Anforderung eigentlich nicht so hoch. Virtualisierung von Betriebssystemen und Servern habe ich durch gebrauchte Hardware ausgelagert.

Mit ein paar Tricks von YouTube konnte ich Windows 11 installieren. Es gab Anfangs keine Probleme mit der Hardware. Dann wurde das System instabil. Weitere Recherche ergab das ich damit nicht alleine war. Meine Ressourcen wurden regelrecht aufgefressen vom Betriebssystem.

 

Investition in neue Hardware

Ich habe mich dazu hinreißen lassen einen neuen gebrauchten zu Kaufen und Windows 11 Pro wurde direkt mitgeliefert. Ich hatte auch hier leider die gleichen Probleme nach kurzer Zeit. Trotz sehr guter Hardware wurden immer wieder Datensicherungen abgebrochen und der ganze Explorer und Desktop hat sich neu geladen. Das System und seine Taskleiste funktionierte nicht mehr zuverlässig, der Explorer und das Kontextmenü des Desktop war extrem instabil. Alles Themen die mich nach Lösungen haben suchen lassen. Leider ohne Erfolg.

Netzwerk und Datenhoheit.

Ich überwache meinen Netzwerk zu Hause im Homeoffice und habe gemerkt das viele Webseiten URL aufgerufen wurden die ich nicht kannte. Die IP des Rechners war von meinem neuen und alten Windows 11 System. Auch hier führte ich kurze Recherchen durch und habe gemerkt das Windows viele diese Urls nutzt um Daten meines System auszutauschen.

Die Hosts Datei war hier die Lösung ich sperrte kurzer Hand alle URLs am Rechner und in meiner Firewall.

Ein Anstoß

Einer meiner Lieblings-YouTuber zeigte sein Homelab und beschrieb, das er aus ähnlich Gründen, aber speziell aus Gründern der Datenhoheit privat auf Linux wechselte. Dies war für mich ein Anstoß darüber nachzudenken und mal eine Excel Liste anzulegen was ich alles unter Linux benötige um arbeiten zu können. Der Bericht ließ mich allerdings erkennen, das ich mit diesen Problemen nicht alleine war, sondern anscheinend alle die gleichen Probleme hatten,

Kein Radikaler Umstieg möglich

Ich war aus dem Linux Umfeld für Desktop Systeme lange raus. Anfang der 2008 Jahre hatte ich mal Ubuntu Studio getestet und erste Erfahrungen im Linux Umfeld gesammelt. Meine Webseiten wurden komplett unter Windows entwickelt und hier auf allen Browsern getestet. Fernwartungssupport habe ich mit Windows Tools durchgeführt. Meine Kunden nutzen zu 100% Windows. Meine Online Videos unter FreepascalDE wurden damals zu 100% mit kommerzieller Windows Software erstellt. Die Bildbearbeitung mit einer Photoshop CS4 Version aus einer Creative Suite von Adobe aus dem Jahr 2009. Alle Dokumente wurden unter MS Office erstellt. Es mussten also Lösungen her die ich unter Linux testen musste. Gleichzeitig wollte ich weiter Produktiv arbeiten können.

Erste Änderungen durch FOSS Software

Ich habe im laufe der Zeit angefangen Office Suiten auf OpenSource Basis zu nutzen und die Datenkompatibilität zu meinen Dokumenten zu prüfen. Ich lese sehr gerne Fachbücher als Unternehmer und fasse mir hier selber die Inhalte zusammen durch meine eigenen Notizen und dokumentiere wie ich diese Ideen die ich dabei aufschnappe für mich nutzen kann. Es sind einfache Texte mit ein paar Diagrammen die ich in MS Visio erstellt hatte oder im Dokument mit den Formen von MS Word.

Ich habe hier als erstes die LibreOffice Suite genutzt. Leider hat sich LibreOffice als nicht praktikabel für meine vorhandenen Dokumente erwiesen. Das umschreiben einer einzelnen Datei um diese zu 100% anzupassen dauerte mir einfach zu lange. Es waren Dokumente von 30-40 Seiten und davon mehr als 300. Nicht praktikabel bei mehr als 1,5 Stunden Anpassungsdauer.

Die zweite Suite die ich getestet habe war OnlyOffice. Alle Word Dokumente waren zu 100% kompatibel. Meine Exceldokumente für meinen Hausverwalter war nicht kompatibel VBA ist hier nicht mit drin. Die Neuerstellung habe ich damals nicht umgesetzt, da ich diesen nur einmal pro Jahr benötigte. Für meine Bücher unter Windows habe ich Papyrus genutzt. Hier hat mich speziell die Duden Integration und Textbewertung begeistert.

Auf die anderen Bereich gehe ich in einen weiteren Artikel ein. Nun ging es darum meine Word Dokumente unter Linux zu nutzen und gleichzeitig produktiv zu bleiben. Dafür musste ich Tests durchführen. Das die Windows Schriftarten unter Linux nicht zur Verfügung stehen, aber nachinstalliert werden können, war mir bekannt. Ich habe gleichzeitig gemerkt das ich aber von Microsoft los kommen wollte und so wenig mit nehmen wollte wie möglich.

Samba Share als Lösung

Ich habe mir einen Testserver mit Proxmox erstellt und verschiedene Linux Desktop Varianten installiert zusammen mit OnlyOffice. Damit ich alle Daten von jeder Software zur Verfügung stehen hatte, habe ich einen einfachen Samba Share erstellt. Der Samba Share ist mit Microsoft Windows 7 / 10 / 11 und mit MacOS und auch mit Linux kompatibel. Ich habe mir einen älteren MacBook Pro ausgeliehen OnlyOffice installiert und getestet. Meine Papyrus Dokumente habe ich in Word umgeschrieben und ebenfalls übertragen. Meine Photoshop Daten in Photopea getestet. Das Fazit war sehr gut, ich musste aber einige Anpassungen vornehmen. Um von den Windows Schriftarten los zu kommen habe ich metrisch kompatible freie Schriftarten genutzt.

Bekannte Windows Schriftarten und OpenSource Alternativen

Windows Schriftart Typ OpenSource Ersatz Metrisch kompatibel Bemerkung
Arial Sans Serif Liberation Sans Ja Sehr nah an Arial, Standard auf vielen Linux Systemen
Times New Roman Serif Liberation Serif Ja Seiten und Zeilenumbrüche bleiben stabil
Calibri Sans Serif Carlito Ja Entwickelt als direkter Calibri Ersatz
Cambria Serif Caladea Ja Sehr gute metrische Übereinstimmung
Courier New Monospace Liberation Mono Ja Ideal für Code und Tabellen

 

Mir hat dieser Test sehr gefallen, das Fazit war damit für mich sehr gut.

Der erste produktive Schritt

Ich habe als ersten Produktiven Schritt versucht auf meinen alten Laptop Linux Ubuntu zu installieren. Leider immer wieder mit Installationsabbuchen und Grafikfehlern. Ich habe danach als Alternative Linux Mint ausprobiert und dies lief ohne Probleme durch. Der Samba Share wurde permanent eingebunden um in der neuen Umgebung produktiv arbeiten zu lernen. Meine Dokingstation war mit 2 externen Bildschirmen kompatibel.

Fazit

Der erste Schritt war getan. Nun ging es darum, auch bei allen anderen Software Produkten genau so effektiv zu werden. Wie ich diesen Samba Share erstellt habe, findet ihr in den passenden YouTube Video und dazu passenden SOP Begleitartikel Samba Share erstellen und konfigurieren.